16.10.2018 - Treffen mit einer Abgeordneten der SPD im Landtag

In den letzten Wochen waren wir viel unterwegs, um unsere Positionen vor der nahenden Justizministerkonferenz zu verbreiten. Gestern hat sich ein Teil unseres Sprecherteams mit Lisa Kapteinat, MdL getroffen. Sie ist Mitglied im Rechtsausschuss. Der Austausch zum juristischen Studium, geplanten Änderungen und Optimierungsmöglichkeiten bietet uns einen großen Mehrwert. Auf der kommenden Landesfachschaftentagung bei der Fachschaft Jura (HHU Düsseldorf) werden wir ausführlich darüber berichten. Vielen Dank an Lisa Kapteinat, MdL für das tolle Gespräch.


10.10.2017 - Treffen mit Mitgliedern des Rechtsausschusses im Landtag (FDP)

Im Vorlauf zur Justizministerkonferenz im November ist es uns als Landesfachschaft ein besonderes Anliegen, mit den Vertretern der Landespolitik ins Gespräch zu kommen.

Bei den Landtagsabgeordneten Herr Mangen und Herr Brockmeier gab es bereits eine gute Grundlage für den Austausch, schließlich sind beide als Juristen mit den Problematiken und Ansprüchen des juristischen Studiums besser vertraut als eine fachfremde Person.

 

Änderungen im Pflichtfachstoff:

Uns war es ein Anliegen, die Positionen der Landesfachschaft zu präsentieren. So auch diese, dass Kürzungen des Pflichtfachstoffs wenn überhaupt in weniger praxisrelevanten Randgebieten vorzunehmen sind (vgl. unsere Stellungnahme hierzu). Herr Mangen positionierte sich hierzu kritisch, schließlich sei der Vorteil exotischer Gesetze und Fälle, dass das methodische Arbeiten stärker in den Fokus rücke als die bloße Reproduktion - ein Punkt, der durchaus nachvollziehbar ist.

 

Wertigkeit und Umfang des Schwerpunktes:

Ein großer Streitpunkt war und ist der Schwerpunkt. Viele halten diesen für

überflüssig, da dieser von vielen Arbeitgebern ohnehin rausgerechnet wird und aufgrund der unterschiedlichen Gestaltung und Bewertung von Bundesland zu Bundesland, ja sogar fakultätsintern eine Vergleichbarkeit nicht wirklich gegeben ist. Dieser Meinung waren auch Herr Mangen und Herr Brockmeier. Unseren Bedenken gegen eine Absenkung der Wertigkeit traten sie allerdings offen entgegen. Hauptargument für die Beibehaltung der Schwerpunktgewichtung ist für uns als Studierendenvertreter nicht nur das wissenschaftliche Arbeiten und die Chance zur individuellen Vertiefung, sondern auch die Tatsache, dass die Vergleichbarkeit durch eine andere Gewichtung nicht geschaffen wird. Richtige Stellschraube kann nicht die Herabsetzung sein, sondern eine Vereinheitlichung- wenn möglich auf Bundesebene-, die final auch zur Folge hat, dass Arbeitgeber den Schwerpunkt als Qualifikation wahrnehmen.

Herr Brockmeier und Herr Mangen konnten diese Argumentation sehr gut nachvollziehen und stimmten uns insoweit zu, dass nur eine Vereinheitlichung zur optimalen Vergleichbarkeit führen kann. In diesem Rahmen konnten wir mit Herrn Brockmeier auch individuelle Erfahrungen austauschen und kamen zum Ergebnis, dass bereits landesweit erhebliche Unterschiede in Bezug auf Anforderungen und Prüfungsleistungen bestehen.

Deswegen waren wir uns auch einig, dass der Umfang ebenfalls einer entsprechenden Vereinheitlichung bedarf.

 

- An dieser Stelle musste Herr Mangen leider zu einer Ausschusssitzung, sodass wir das Gespräch zu dritt fortgesetzt haben -

 

 3. Integrierter Bachelor:

Der integrierte Bachelor war ein Punkt, der auf großes Interesse stieß. Gerade weil wir erst kürzlich erfahren haben (durch ein Gespräch mit Ulrich Kelber), dass das Bundesministerium für Justiz erst kürzlich eine Einführung des integrierten Bachelorabschlusses gefordert hat.

Wir haben Herrn Brockmeier insoweit die Vorteile eines integrierten Bachelors dargelegt, psychische Entlastung (weniger tiefer Fall bei endgültigem Nichtbestehen der staatlichen Pflichtfachprüfung), die Möglichkeit, sich kurz vor dem Examen umorientieren zu können und die Chance, einen darauf aufbauenden Master zu machen. Gemeinsam haben wir auch die Risiken eines solchen integrierten Bachelors diskutiert, wie etwa die Gefahr, dass ein Arbeitgeber den Abschluss als “Bachelor zweiter Klasse” charakterisieren könnte. Insgesamt waren wir uns aber einig, dass der integrierte Bachelor, wie er aktuell in Bochum eingeführt werden soll, einen Mehrwert für die Studierenden hat.

 

4. Abschichten:

Herr Brockmeier zeigte sich überrascht, dass es das doppelte Abschichten, wie wir es in Nordrhein-Westfalen möglich ist, in keinem der anderen Bundesländer gibt. Auch er sprach sich für den Erhalt dieser Möglichkeit aus. Wir waren uns einig, dass das Abschichten in einem einzigen Bundesland im Bundesvergleich für eine schlechtere Vergleichbarkeit sorgt. Trotzdem bestand ebenfalls Einigkeit, dass das Abschichten eine erhebliche Erleichterung für die Studierenden darstellt und es widersinnig wäre, diesen Vorteil im Namen der besseren Vergleichbarkeit abzuschaffen. Vielmehr sollten die Möglichkeiten für eine Einführung des einfachen oder zweifachen Abschichtens in den anderen Bundesländern geprüft werden.  

Diese Meinung wurde durch unseren intensiven Austausch über die Vorteile des Abschichtens unterstrichen.

 

5. Reihenfolge von Schwerpunkt und Pflichtfachprüfung:

Konsens bestand auch, was die Reihenfolge von Schwerpunkt und Staatlicher Pflichtfachprüfung angeht. Herr Brockmeier und auch wir sind der Ansicht, dass Studierenden weiterhin die Möglichkeit gegeben werden sollte, frei zu wählen, ob sie den Schwerpunkt vor oder nach der Pflichtfachprüfung absolvieren wollen. Zwar haben wir festgestellt, dass das Vorziehen der Pflichtfachprüfung bei einigen Professoren und Prüfern nicht gern gesehen ist, trotzdem sind wir für eine Beibehaltung dieser Flexibilität.

 

6. Mündliche Prüfung:

Dass Nordrhein-Westfalen den Bewertungsspielraum für die mündliche Prüfung mit 40% voll ausgeschöpft hat, befürworten wir ob der großen Bedeutung rhetorischer Fähigkeiten in der späteren Praxis. Herr Brockmeier stimmte uns insoweit zu.

 

7. Sonstiges:

Außerdem haben wir eine ausführliche Diskussion über Freisemestertatbestände und den Verbesserungsveruch geführt. Herrn Brockmeier war es weiterhin ein besonderes Anliegen, verschiedene Möglichkeiten zu erörtern, wie man den psychischen Druck im gesamten Studium und Examen reduzieren könnte.

 

Unser Fazit:

 

Wir hatten eine konstruktive Unterhaltung in einer außergewöhnlich angenehmen Gesprächsatmosphäre. Der Austausch mit Herrn Brockmeier und Herrn Mangen fand auf Augenhöhe statt und hat den Austausch zwischen Landesfachschaft und Rechtsausschuss erheblich gefördert. Wir danken Herrn Mangen und Herrn Brockmeier für den konstruktiven Austausch. Herr Brockmeier möchte den Kontakt zur Landesfachschaft weiter pflegen, was wir sehr begrüßen. Gerne laden wir ihn zu unserer kommenden Landesfachschaftentagung in Düsseldorf am 10.11.2017 im Nachgang zur Justizministerkonferenz ein.


Die anderen Parteien (CDU, Grüne) haben auf unser Schreiben leider nicht reagiert.